Ubiquitous Commerce

U-Commerce

Eine Welt, die noch vor kurzer Zeit eine Utopie darstellte, wird nun Realität. Wohin geht die Entwicklung und wie wird sich das Handeln von Mensch und Maschine verändern? Ubiquitous Commerce (U-Commerce), dass allgegenwärtige Handeln, eröffnet viele Fragen und Visionen.

“U-Commerce simply represents the final (and still emerging) destination of commerce – initiated by E-Commerce and propagated by M-Commerce.” (1)

Definition Watson

Schon im Jahre 2000 verfasste WATSON einen Artikel in dem er über die vier fundamentalen Elemente des U-Commerce schrieb: “I believe that in the next few years we will see the emergence of a multi-faceted U-Commerce, where the U stands for Ubiquitous, Universal, Unique and Unison.” (2) Erläutern lassen sich diese vier Dimensionen wie folgt: (3)

Ubiquitous (4) (engl.) – die Allgegenwärtigkeit – bezieht sich auf die Möglichkeit immer und überall mit dem Internet und anderen Geräten verbunden zu sein.

Universal (engl.) lässt sich mit allgemeingültig oder universell übersetzen und steht für multifunktionale Geräte. Diese haben die technischen Möglichkeiten, im Internet zu surfen, zu telefonieren oder sich untereinander zu verbinden. Ein GRID (5) bietet den einheitlichen Standard, der Geräte weltweit einsatzfähig macht. Auch jetzige „Funklöcher“ sollen durch höhere Netzabdeckung weitgehend ausgeschlossen werden – Geräte sind dauerhaft verbunden.

Die Eindeutigkeit und Einzigartigkeit des Uniqueness (engl.) beschreibt zum einen die eindeutige Identifizierung des Users. Zum anderen können durch die dazukommende Lokalisierung (6) des Nutzers, Dienste individuell auf diesen angepasst werden. Im Internet können User noch beliebige Profile erstellen und sich hinter IP-Adressen „verstecken“. Für den U-Commerce wird es hingegen unabdingbar, dass Nutzer eindeutig identifiziert werden können.

Unison (engl.) lässt sich mit Einklang übersetzen. Besser würde jedoch die Beschreibung der automatischen Synchronisation aller Geräte passen. Stetig werden Daten der persönlichen Geräte verglichen und ggf. aktualisiert. Der Kühlschrank wird mit neuen Einkaufswünschen versorgt und sendet diese automatisch an das Mobiltelefon, (7) welches zum Einkaufen mitgeführt wird. Dieses wiederum instruiert das Display auf dem Einkaufswagen. U-Commerce muss dabei reibungslos funktionieren und ein Ausfallrisiko darf es nicht geben. Ebenso muss sämtliche Übertragungssicherheit gewährleistet sein. (8)

Definition Galanxhi-Janaqi / Nah

Ubiquitous Commerce […] is the combination of electronic, wireless/mobile, television, voice and silent commerce. It extends traditional commerce (geographic, electronic and mobile) to a world of ubiquitous networks and universal devices.” (9)

Die Eigenschaften von E-Commerce und M-Commerce wurden schon in den beiden vorherigen Kapiteln näher erläutert und besprochen. (11) Voice Commerce (V-Commerce) beinhaltet Sprachidentifizierung und Sprachauswertung z. B. bei automatischen Bestellvorgängen per Telefon, bei denen Servicemitarbeiter durch den Computer ersetzt wurden. Jedoch ist das System noch nicht komplett ausgereift und nur einfache Dinge können bisher darüber geregelt werden. „Although the technology for V-Commerce has improved significantly over the past three years, it is still best suited to transactions that are simple, standard and frequent, such as basic account enquiries, requests for information, placing orders and account payments.” (12) Der Einsatz dieser Technologie ist in den USA schon weiter verbreitet, erhält aber auch in Europa langsam Einzug. Anbieter wie T-Mobile stellen Sprachsteuerung für Änderungen des Mobilfunkvertrages und zur Abfrage von Informationen und Neuerungen bereit. Die Menüführung erfolgt jeweils über die Sprache des Kunden. (13) Bei dem Versandhändler Quelle (14) lässt sich sogar über eine automatisierte Hotline mit Spracherkennung einkaufen. (15) Diese Dienste sind für den Anbieter an ein hohes Einsparpotenzial gekoppelt.

Auch der Television Commerce (T-Commerce) ist im Aufschwung. Über Set-Top Boxen, die für digitales Fernsehen benötigt werden, lassen sich deutlich mehr Fernsehprogramme empfangen. Zudem bekommt der Nutzer eine deutlich bessere Bildqualität. Außerdem ermöglichen diese Boxen zunehmend das Ausführen von interaktiven Anwendungen und sobald ein Rückkanal (16) gegeben ist, können auch Transaktionen über diese Set-Top Box verbucht werde. Premiere eröffnete Mitte 2005 den Sender „Premiere Win“ (17) bei denen täglich Wetten – bisher über Internet oder Telefon – abgeschlossen werden können. Es wird darüber nachgedacht, dieses in Zukunft auf die Fernbedienung auszuweiten, (18) somit könnten die Wetten über die Eingabe der Fernbedienung abgegeben werden.

Silent Commerce (S-Commerce) beinhaltet “smarte” Gegenstände, die durch RFID und Anbindung an das Internet „intelligent“ und interaktiv werden. Besonders diese Technologien und die Möglichkeiten die sich um den Begriff entwickeln sind die größten Treiber Richtung des ubiquitären Handels und werden folglich im weiteren Verlauf eindringlich beleuchtet.

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(1) Junglas, I., et al. (2003), Web.

(2) Watson, R. (2000), Web.

(3) o.V. (2004d), Web.

(4) Aus dem Lateinischen von „ubique“, welches sich mit überall, allenthalben oder allgegenwärtig übersetzen lässt. Vgl. Pertsch, E., et al. (2001), S. 408.

(5) Siehe: 2.3.4 Gird, S. 19.

(6) Siehe: 5.2 Lokalisierung, S. 56.

(7) Vgl. Sohn, T., et al. (2005), S. 232.

(8) Siehe: 6.2.1 Verschlüsselung, S. 67.

(9) Galanxhi-Janaqi, H., et al. (2005), S. 114.

(10) Quelle: o.V. (2001), S. 31 (Web).

(11) Siehe: 2.1 E-Commerce, S. 7 und 2.2 M-Commerce, S. 11.

(12) o.V. (2001), S. 39 (Web).

(13) Winter, M. (2004), Web.

(14) Siehe: www.quelle.de.

(15) Sohn, G. (2005), Web.

(16) Dieser Rückkanal könnte z. B. über das Telefonnetz oder das Internet laufen.

(17) Siehe: www.premierewin.com.

(18) Ott, K. (2005), Web.

Wo sind wir und in welche Richtung bewegen wir uns? Für mich - als internetaffinen User - war nach zwei wissenschaftlichen Arbeiten zu den Themen Suchmaschinenoptimierung und Web 2.0, auch die Entscheidung für ein Diplomthema schnell gelöst. Ubiquitous Commerce, kurz U-Commerce, stellte für mich ein sehr spannendes Themengebiet dar, welches in der wissenschaftlichen Form einer Diplomarbeit noch nicht abgehandelt wurde. Somit war die Idee geboren, eine Diplomarbeit über Ubiquitous Commerce zu schreiben.

Schnell war Literatur zu den Grundsteinen wie Mobile Commerce (M-Commerce) und Electronic Commerce (E-Commerce) gefunden. Literatische Werke im Feld des U-Commerce stellten sich allerdings eher als Mangelware heraus. Trotzdem gelang es mir, Literatur aus den USA sowie England zu bekommen. Schlussendlich konnte ich auf 62 Publikationen und noch deutlich mehr Internetquellen zurückgreifen. Somit waren genug Informationen zu Ubiquitous Commerce und den verwandten Themen gesammelt und ich konnte mich in mein Zimmer schließen…

Zwei Monate später war das Werk vollbracht. Die Diplomarbeit zu U-Commerce mit dem Thema:

„Ubiquitous Commerce – Konzepte & Zukunftsaussichten“

hat das Licht der Welt erblickt. Die Diplomarbeit besteht aus 100 Seiten und 19 Abbildungen.